Wer zahlt die Kosten beim Vorstellungsgespräch?

Berufseinsteiger sind oft unsicher, wer die Kosten beim Vorstellungsgespräch trägt. Anfahrt, Übernachtung und ein eventueller Verdienstausfall können sich zu einem ansehnlichen Betrag addieren. Glücklicherweise hat das Bundesarbeitsgericht bereits im Jahr 1988 ein richtungsweisendes Urteil gefällt, auf das sich Bewerber berufen können. Demnach muss der Arbeitgeber die Kosten erstatten, die der Bewerber für erforderlich erachten durfte, um der Einladung zum Vorstellungsgespräch Folge zu leisten.

Dazu gehören die Kosten für ein Bahnticket zweiter Klasse und die Unterbringungskosten in einem Hotel, wenn die An- und Abreise am gleichen Tag dem Bewerber nicht zugemutet werden kann. Die Regelung gilt unabhängig davon, ob der Bewerber eingestellt wird oder nicht. Erfolgt die Anreise mit dem eigenen Pkw, können Kosten in Höhe von 30 Cent pro gefahrenem Kilometer geltend gemacht werden. Unsicherheiten bleiben hinsichtlich der Übernachtungskosten, da der im Urteil verwendete Begriff „erforderlich“ unterschiedlich ausgelegt werden kann. Grundsätzlich gilt: Ein 5-Sterne-Wellnesstempel geht nicht, aber in einer Jugendherberge muss der Bewerber auch nicht übernachten.

Bewirbt sich jemand aus einem bestehenden Arbeitsverhältnis heraus auf eine neue Stelle, entsteht durch die Wahrnehmung des Termins zum Vorstellungsgespräch unter Umständen ein Verdienstausfall. Dieser ist nicht erstattungsfähig und muss vom Bewerber allein getragen werden. Gleiches gilt für die Bewerbungsunterlagen wie Mappe, Bewerbungsfoto und Porto.

Damit Ihnen bei der Berechnung der Kosten für das Vorstellungsgespräch keine Fehler unterlaufen, sollten Sie die Beratung durch einen Coach in Anspruch nehmen. Die Spezialisten kennen die Gepflogenheiten und sind in der Lage, Empfehlungen auszusprechen.