So verhalten Sie sich am besten bei sexueller Belästigung am Arbeitsplatz

Es kostet zwar Überwindung, doch bei einer sexuellen Belästigung ist es am besten, das Gespräch mit dem Chef zu suchen. Der Grund liegt auf der Hand: Jeder Arbeitgeber ist per Gesetz dazu verpflichtet, seine Angestellten vor sexueller Belästigung zu schützen. Das Unternehmen ist in diesem Fall gezwungen zu handeln und ihm stehen die geeigneten Mittel zur Verfügung. Der betroffene Mitarbeiter kann abgemahnt oder in eine andere Abteilung versetzt werden. Im Wiederholungsfall kann eine fristlose Kündigung erfolgen.

Aus Angst vor Repressalien oder falsch verstandener Scham melden viele Betroffene die sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz nicht. Ein Ausweg könnten Betriebsvereinbarungen sein, in denen konkret geregelt wird, wie derartige Vorfälle behandelt werden, welche Sanktionen den Täter treffen und welche Unterstützung das Opfer erhält.

Wer Hemmungen hat, sich dem Vorgesetzten oder, sofern vorhanden, einer anderen Vertrauensperson innerhalb des Unternehmens anzuvertrauen, kann auf externe Beratungsstellen zurückgreifen. Ein Coach kennt sich mit der Problematik der Belästigung am Arbeitsplatz aus und weiß, welche Maßnahmen ergriffen werden müssen. Als Alternative bieten sich die Antidiskriminierungsstelle der Bundesrepublik oder der Bundesverband der Frauenberatungsstellen an. Letzterer ist der richtige Ansprechpartner, wenn es sich um eine weibliche Person handelt, die unter den Belästigungen zu leiden hat.

Schwierig gestaltet sich in der Praxis die Beweisführung. Ein Unternehmen wird nur tätig, wenn die Belästigung zweifelsfrei belegt werden kann. Die Zeugenaussage einer Kollegin oder eines Kollegen hat in diesem Zusammenhang großes Gewicht. Existieren keine Augenzeugen, steht im Zweifelsfall Aussage gegen Aussage. Auch ein Gedächtnisprotokoll kann nützlich sein. Dazu werden die sexuellen Belästigungen mit Datum und Uhrzeit notiert und in Form eines Tagebuchs zusammengefasst.