Mobbing am Arbeitsplatz

Am Arbeitsplatz arbeiten Menschen über Jahre oder Jahrzehnte auf engem Raum zusammen. In der Praxis kann man sich die Kollegen nicht aussuchen und nicht selten entsteht ein Reizklima. Es bilden sich Rivalitäten heraus und schwelende Konflikte können die Atmosphäre am Arbeitsplatz vergiften. Diese Gemengelage bildet den Nährboden für das Mobbing. Während das gelegentliche Werfen von Spitzen oder ironische Bemerkungen Teil des Arbeitsalltags sind, ist das Streuen von Gerüchten bereits eine Vorstufe des Mobbings. In der Arbeitswelt verlaufen die Grenzen zwischen alltäglichen Konflikten unter Kollegen und gezieltem Mobbing in der Regel fließend.

Mobbing am Arbeitsplatz beginnt dort, wo ein Kollege zur Zielscheibe von Angriffen wird. Gemeint sind nicht körperliche Übergriffe, sondern Demütigungen und Ausgrenzung. Dieser Prozess erstreckt sich in der Praxis über einen längeren Zeitraum und hat nichts mit gelegentlichem Getuschel hinter dem Rücken oder einer gerechtfertigten Manöverkritik des Vorgesetzten zu tun. Beim Mobbing handelt es sich um eine längerfristige und systematische Schikane, die sich unter anderem im Verbreiten von Gerüchten, dem Stellen von Fallen im beruflichen Alltag und in gezielter Diskriminierung äußern kann.

In der Praxis wird zwischen den sogenannten „Staffing“ und dem „Bossing“ unterschieden. Beim „Staffing“ werden zielgerichtete Attacken gegen Führungskräfte gefahren. Erklärtes Ziel dieser Form des Mobbings ist es, die Autorität von Vorgesetzten zu untergraben und das Ansehen zu ruinieren. Das „Bossing“ beschreibt den umgekehrten Weg. Dabei handelt es sich um das Mobbing von Mitarbeitern der Führungsebene gegen die Untergebenen. Letzte Variante ist deutlich weiter verbreitet und lässt die Betroffenen mit einem Gefühl der Hilflosigkeit zurück. Nicht selten sollen unliebsame Mitarbeiter auf diese Weise zur Kündigung gedrängt werden.