Wo fängt sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz an?

Eine anzügliche Bemerkung, ein Blick in den Ausschnitt, ein obszöner Witz oder doch erst eine unsittliche Berührung – im beruflichen Alltag erscheint es oft schwierig, zu definieren: Wo fängt eine sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz an? Das Phänomen ist weitverbreitet. Knapp drei Viertel aller Frauen in Deutschland gaben nach einer Untersuchung des Bundesfamilienministeriums aus dem Jahr 2005 an, schon einmal sexuell belästigt worden zu sein. Eine genaue Definition findet sich im Strafgesetzbuch unter § 184. Demnach wird derjenige, der eine andere Person in sexuell bestimmter Weise körperlich berührt und dadurch belästigt mit einer Freiheitsstrafe oder einer Geldstrafe bestraft.

Auf die Praxis bezogen: Ein Mitarbeiter, der einer Kollegin scheinbar zufällig seine Hand auf den Unterarm oder das Knie legt, ihr ungefragt den Nacken massiert oder sich in der Schlange an der Kantinenkasse an sie drängt, belästigt die Person sexuell. Gleiches gilt für Kollegen, die ihrem Gegenüber ungeniert in den Ausschnitt starren. Noch offensichtlicher ist die verbale Aufforderung zum Sex, selbst, wenn die Situation im Nachhinein heruntergespielt wird. Auch obszöne Bemerkungen und sexuelle Anspielungen werden als sexuelle Belästigung interpretiert, wenn sich eine bestimmte Person angesprochen fühlt.

Vor diesem Hintergrund stellt sich bei vielen Menschen die Frage, wo eine Abgrenzung der sexuellen Belästigung zu einem harmlosen Flirt erfolgt. Die Antwort ist klar. Bei einem Flirt gibt es zwischen zwei Personen eine unausgesprochene Einverständniserklärung. Bei unerwünschten verbalen oder körperlichen Übergriffen liegt eine sexuelle Belästigung vor. Dies erkennt derjenige, von dem die Aktivitäten ausgehen, spätestens dann, wenn vom Gegenüber Ablehnung signalisiert wird.

Wenn Sie sexuellen Belästigungen am Arbeitsplatz ausgesetzt sind, müssen Sie eine Strategie entwickeln, wie Sie diesen Übergriffen begegnen und sie ausschalten. Bei diesem Prozess leistet ein Coaching wertvolle Hilfe.